
Die Sommermonate boten gleich zwei Distanzveranstaltungen auf dem sonst eher spärlich bedachten Rittkalender in Sachsen-Anhalt, einmal die Lostauer Wald- und Wiesendistanz am 17. Juli und die Landesmeisterschaft am ersten August-Wochenende in Düben. Beide Veranstaltungen waren bei Dirk Jerkowski beziehungsweise Gudrun Perowicz organisatorisch in erfahrenen Händen.
Immer wieder attraktiv und einladend sind die Elbniederungen bei Magdeburg. Der Ritt in Lostau war diesmal eingebunden in eine Turnierveranstaltung, sodass auch einmal interdiszipläner ein Blick über den Tellerrand gewagt werden durfte, sofern da immer noch Berührungsängste existierten. Bei kühlem Wetter luden die Wiesenwegen zu flotten Tempi ein, und so konnten Katharina Albrecht (Rüdnitz/Brandenburg) mit dem Vollblut-Araberhengst Siddhi du Vivarais und Andrea Kunze (Klein Engersen/Sachsen-Anhalt) mit der Trakehner Stute Stella den 65-Kilometer-Ritt in 04:05:00 h (15,9 km/h) gewinnen). Sieben Minuten später belegte Antje Rauhut mit Dalima in 15,48 km/h Platz drei vor Andrea und Stella Herlt mit ihren Nachwuchspferden Asdiqa bint Asaran und CD Zenith.
Noch wesentlich schneller als die Sieger im mittleren Distanzritt waren die Gewinner der mittleren Fahrt, Edgar Stierholz (Lockstedt/Sachsen-Anhalt) und sein Araber Picaro, welche die 65 km in 03:19:00 h zurücklegten. Das entsprach fast 20 km/h! Wir werden das Paar sicherlich zur deutschen Meisterschaft am 20. August in Mecklenburg am Start sehen. Zweiter Teilnehmer und Zweitplatzierter der MDF wurde Siegfried Lembke mit der Ponystute Minja in 4,31 km/h.
Dass die Gemeinschaft der Sachsen-Anhaltiner Distanzreiter klein, aber fein ist, zeigte sich auch beim KDR, der von Reitern aus der Region dominiert wurde. Über 43 km siegte Andrea Blum (Blankenburg/Sachsen-Anhalt) mit dem Partbred-Araber Aswan in 03:00:00 (4,19 km/h) knapp vor Alexandra und Torsten Schmidt (Langelsheim/Sachsen-Anhalt) mit Spencer und Tanja in 03:02:00, die wiederum nur knapp vor den beiden Viertplatzierten Pia Gößmann (Helmstedt/Sachsen-Anhalt) mit Kulina und Svenja Villmann (Halle/Sachsen-Anhalt) mit Vigo in 03:03:00 lagen. Abgerundet wurde das Wettbewerbsangebot durch Einführungritt, Einführungsfahrt und Kinderdistanz.
Auch die Landesmeisterschaft Sachsen-Anhalt fand in diesem Jahr endlich mehr Zuspruch aus den eigenen Reihen als im Vorjahr (wo man diese mangels Teilnehmer kurzerhand in eine Thüringische LM umgemünzt hatte). Von acht Starten, welche die 94 Kilometer bei schwül-warmem Wetter in Düben bei Coswig in Angriff nahmen, blieben fünf in der Wertung, darunter drei Reiterinnen aus dem eigenen Bundesland, die gemeinsam den dritten Platz belegten. Für die Wertung in der Landesmeisterschaft wurden daher die Pulswerte der Pferde zugrunde gelegt. Damit konnte die neunjährige Pinto-Araberstute Nahany Nobile unter Tessa Saske (Reinsdorf) den Titel gewinnen. Vizemeisterin wurde Kristin Bachmann (Kleinroda) mit dem Vollblutaraber Saphir Ibn Estawan vor Claudia Pflüger (Reinsdorf) mit Lady Anjuli. Die drei Reiterinnen hatten die Strecke mit 13,3 km/h in 07:04:00 h zurückgelegt.
Der Sieg in dieser Prüfung ging an das Berlin-Brandenburgische Landesmeisterpaar aus 2010, Jenny Stemmler (Berlin) mit dem 16jährigen Vollblutaraber Morgan, in 06:13:00 (15,12 km/h) vor Judith Schillmann (Berlin) mit Mourana.
Die einzige Langstrecken-Fahrerin schied leider aus.
Den MDR über 70 km konnte die Mecklenburgerin Clara Haug mit Zyona in einer Reitzeit von 04:34:00 mit 3,91 km/h gewinnen. Das freut einen für die Deutsche Jugendmeisterin aus 2010, die in dieser Saison bislang glücklos war, nachdem ihr DJM-Pferd Zupan seine Sportkarriere beenden musste und nunmehr seine Vollschwester Zyona an die Erfolge des Hengstes anknüpfen sollte. Leider verletzte sich die 13jährige Stute bei einem Paddockunfall auf der DJM im Juni in Nörten-Hardenberg. Glücklicherweise zeigte der Sieg in Coswig nunmehr, dass der Unfall keine Folgen hinterlassen hat, und wir dürfen der jungen Reiterin erneut die Daumen für internationale Erfolge drücken.
Zweite wurde mit 40-Minuten-Abstand Melina Christopoulos (Berlin) mit Aragon aus dem Stall von Julia Bauereiß (Berlin), die selbst mit dem sechsjährigen Catalano Platz vier belegte. Dazwischen schob sich in der Wertung noch die Zweitplatzierte Solveig Schnieder (Berlin) mit Minza, knapp vor Caro Voit (Dresden) mit Mustafa an fünfter Stelle. Die vier Reiterinnen trennten nur Minutenabstände.
Am zweiten Veranstaltungstag gab es noch Einführungsritt und –fahrt, die nach Leistungsklassen gewertet wurden. Ein besonderes Ambiente erhielt Ritt durch die gemütliche Atmosphäre auf der Beaver Creek Ranch, Anlass genug um Wiederzukommen – hoffentlich auch für jene Reiter, die mit etwas Pech diesmal nicht in der Wertung geblieben waren.
Miriam Lewin
| letzte Aktualisierung 22. Februar 2012 |