Die 111 Kilomter von Kagel

Die 111 Kilometer von Kagel haben Tradition, und bislang hatten dies auch die beiden 70- und 42-Kilometer-Begeleitritte. Doch selbst Landestrainer Wolfgang Barth musste sich in dieser Saison darauf einstellen, dass Waldwege zunehmend geschottert werden - als Erfordernis an die moderne, schwere Technik der Forstbetriebe. – Ob nun die Alternativen in Kagel in der Tat noch eher vorhanden waren als anderenorts oder ob Wolfgang Barth mit besonderer Mühe und Sorgfalt bei der Auswahl einer neuer Rittstrecke verfahren war (oder beides) sei dahingestellt, jedenfalls war ihm das kaum noch Leistbare gelungen, eine landschaftlich ausnahmslos wunderschöne Streckenführung selbst für Barhuf-Pferde zu finden, wie sie im Brandenburgischen mittlerweile schon Seltenheitswert hat! Dass nunmehr die Streckenlängen von 111, 86, 55 bis 36 Kilometer variierten, trug zur Vielfalt bei, und im gleichen Zuge wurden alle Runden, auch auf alten Abschnitten neu, logisch und kaum übersehbar markiert, sodass selbst weniger pfadfinderisch begabte Teilnehmer das System als „idiotensicher“ lobten. Als dann am Ritttag der prophezeite Landregen ausblieb und Petrus mit einem schönen Spätsommertag aufwartete, war Reiten in Märkisch Oderland einfach nur eine Freude!

Auf den berühmten 111 Kilometern gab es nur eine Teilnehmerin, die die gesamte Streckenlänge in der Wertung absolvierte. Und so blieb es ein Heimspiel für Jenny Stemmler vom Reitverein Kagel, die mit ihrem Araberwallach Morgan dafür sorgte, dass der Sieg in 08:17:00 h (13,4 km/h) zuhause blieb. Bei 84 Kilometern beendeten die beiden Mecklenburger Gäste Sian Griffiths und Nicola Scheuerle von Distanzreitzentrum mit Piove und Szivem die Prüfung nach 06:08:00 h in 13,7 km/h.

Auch der Sieg im 86-Kilometer-LDR ging sowohl nach Kagel als auch ans Distanzreitzentrum. Die Jugendliche Katharina Albrecht vom heimischen Reitverein ritt den von Sian Griffiths zur Verfügung gestellten Hengst Siddih du Vivarais in 06:23:00 (13,47 km/h) zum Sieg über Mara Schima mit Beach Boy, die Jugendliche Pia Brose mit Gero und Martina Baumann mit Speedy, die alle drei in 07:19:00 h (11,75 km/h) auf Platz zwei kamen.

Eine hervorragende Saison haben in diesem Jahr die Kabardiner-Reiter aus Müncheberg. Für Roland Kälberlach mit Parit und Anett Werner mit Evita reichte es über 55 Kilometer in 03:27:00 h bzw. 03:30:00 h (was den versetzten Startzeiten der gemeinsam Reitenden geschuldet war) bei knapp 16 km/h zu Platz eins und zwei vor der Jugendlichen Maya Schröder mit Karino (03:43:00 h) aus Waren, die 2011 ebenfalls sehr erfolgreich unterwegs sind. (Karino wechselte übrigens erst zu Saisonbeginn vom Kälberlach’schen Stall in Mecklenburger Quartier.)

Beim Einführungsritt belegten Uwe Schiller, Holger Harte und Celine Czechowsky in nahezu identischer Reitzeit und mit geringen Pulsfehler-Abweichungen die Plätze eins bis drei, wobei allerdings nur die Drittplatzierte exakt das vorgeschriebene Tempo 5 (d.h. 5 min für 1 km, somit 12 km/h) geritten war.

Auch wenn der Veranstalter selbst im Vorfeld mit diesen und jenen Querelen zu kämpfen gehabt hatte und ein wegen des rücksichtslosen Verhaltens eines (nicht beteiligten) Autofahrers entlaufenes Pferd und eine dabei verletzte Trosserin für einen Wermuttropfen sorgte (glücklicherweise konnte das Pferd wohlbehalten eingefangen und die Verletzte ambulant versorgt werden), blieb als Fazit die Erinnerung an eine tolle Veranstaltung, die Wiederholung sucht.

Miriam Lewin


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letzte Aktualisierung 22. Februar 2012