
Tagelanger Landregen hatte das Geläuf schon vor der Altlandsberg-Distanz am letzten Juli-Wochenende aufgeweicht. Bis zuletzt hatten die Veranstalterin Regine Markowitsch und die Teilnehmer gehofft, dass Petrus die Schleusen schließen möge. Doch das Gegenteil traf ein. In der Freitagnacht vor dem Ritt schüttete es noch einmal so heftig, dass sich Rinnsale in reißende Fluten verwandelten und die sonst so bequem reitbaren Wege im Strausberger Forst zu Schlammpisten mutierten. Um die Veranstaltung überhaupt zu ermöglichen, mussten die Rittstrecken zu großen Teilen umverlegt werden, eine Runde fiel in der Tat gänzlich ins Wasser, und auch die unter den Teilnehmern so beliebten Stoppelfelder der Vorjahre waren witterungsbedingt noch nicht abgemäht worden … Hut ab vor der Veranstalterin, die ihren Ritt trotz dieser Bedingungen und (verständlicherweise) zahlreicher Absagen dennoch durchzog und ebenso Respekt vor jenen Reitern, die sich vom Dauerregen nicht abschrecken ließen. Ihre Pferde sind jetzt auf jeden Fall wasserfest, und das Siegerfoto des MDR beweist sogar, dass man trotzdem Spaß haben konnte! –
Drei Reiterinnen waren beim 80-Kilometer-MDR an den Start gegangen. Keine Geringere als die deutsche Jugendmeisterin Anne Wegner war aus Niedersachsen mit ihrer Mannschaft angerückt – was einmal mehr zeigt, wie wichtig Ausschreibungen für Qualifikationsritte über diese Distanz sind. Anne Wegner selbst hatte die elfjährige Aicha Addschawad gesattelt, mit der sie in dieser Saison in Nörten zum zweiten Mal den Titel geholt hatte. Gemeinsam mit ihr waren Leonie Farim mit dem 13jährigen Farim Addschawad und Lara Baltzer mit Kadir Addschawad (12j.) unterwegs. Die drei Reiterinnen durchschwammen die Distanz in 05:42:00 mit 14,04 km/h.
Leider blieb keiner der Teilnehmer im 81-Kilometer-LDR in der Wertung. – Die goldene Marathon-Schwimm-Medaille jedoch ging über 94 Kilometer an die wetterfeste Marion Kurek und den 12jährigen Araberwallach Hamdani Ashhira. Mit 10,67 km/h brauchte das Paar 08:08:00 h auf dem Wasserweg.
Zwei Sachsen bewiesen ihre Über-Wasser-Stehvermögen auf 56 Kilometern. Peggy Franke und Gunther Vick brachten ihre beiden Englischen Vollblüter 05:04:00 h (11,05 km/h) über die Strecke.
Und als ob diese Resultate nicht schon Beweis genug für die Wetterfestigkeit manch unermüdlichen Distanzreiters wäre, gab es in der Tat sechs Reiterinnen, die ihre Pferde am zweiten Tag noch einmal für 33 Kilometer sattelten. Den Mehrtagesritt über 56+33 Kilometer gewannen gemeinsam die unentwegte niedersächsische Kilometersammlerin Ingeborg Heil mit ihrer bewundernswerten 18jährigen Hannoveraner Stute Grisu und Tammy Steinke mit dem 9jährigenAraber Authentic Moufid in einer reinen Schwimmzeit von 07:39:00 (11,36 km/h).
Über 33+33 Kilometer siegten Uwe Schiller (Liebenwalde) mit dem Traber Carinjo und Laura Libera (Berlin) mit Vollblutmix Sina in 04:46:00 h (13,85 km/h) vor Dorothea Böhnke (Berlin) mit Lesley und der Juniorin Pia Brose (Zossen) mit Gero in 05:31:00 h (12 km/h).
Und auch der Distanznachwuchs zeigte sich nicht aus Zucker: Ronja Schlaubitz und Lucie Kempe, zwei von vier Kinderreitern, die genannt hatten, wollten trotz des Unwetters nicht auf ihren Start verzichten und hatten auch auf acht Kilometern ihren Spaß!
Miriam Lewin
| letzte Aktualisierung 22. Februar 2012 |